Strullendorf

Eingangsbereich Rathauserweiterung/Bürgerzentrum
© Prof. Dieter Leistner

Programm Aktive Zentren seit 2011
Programmgebiet Ortskern Strullendorf
51.771 ha
1.259 Einwohner


Strullendorf ist eine Gemeinde im Umland des Oberzentrums Bamberg und besteht aus 8 Ortsteilen. Mit 4.108  Einwohnern (Stand 2014) bildet der Kernort den größten Ortsteil. Hier befindet sich das Programmgebiet. Dieses ist weitgehend deckungsgleich mit dem historischen Ortskern. Zwar profitiert der Kernort Strullendorf von seiner Lage an der Entwicklungsachse Forchheim-Bamberg und von der Anbindung an überregionale Verkehrsstrecken. Doch erschwert seine Randlage im Gemeindegebiet auch die Bindung der Ortsteile an den Kernort.

Eine der zentralen Herausforderungen im Programmgebiet liegt in einer zeitgemäßen, qualitätvollen und attraktiven Weiterentwicklung der landwirtschaftlich geprägten Baustrukturen. Ziel ist es, neben der Beseitigung von Leerständen und dem Entgegenwirken eines zunehmenden Verfalls von Nebengebäuden, Gebäude langfristig zu erhalten und zu sanieren, sowie Brachen nachhaltig zu revitalisieren.  Die vorhandenen Angebote der sozialen Infrastruktur wie das Mehrgenerationenhaus und das angegliederte Jugendzentrum sollen erhalten und gestärkt werden.

Der neu entstandene Erweiterungsbau des Rathauses kann von der Öffentlichkeit als „Bürgerzentrum“ mit genutzt werden.

Westfassade Rathauserweiterung/Bürgerzentrum
© Prof. Dieter Leistner
Sitzungssaal Rathauserweiterung/Bürgerzentrum
© Florian Holzherr

Die Nahversorgungssituation ist mit einem relativ kleinflächigen Discounter am Ortsrand unzureichend. Die Ansiedlung eines Vollsortimenters in Ortskernnähe befindet sich in der Planungsphase. 

Im Rahmen des Zentrenprogramms betreibt die Gemeinde eine aktive Innenentwicklung. Das Projekt „Flächenaktivierung Strullendorf“ zielt auf die sukzessive Bebauung von ca. 300 Baulücken mit einer Flächengröße von ca. 25 ha. Eine intensive Eigentümerbefragung deckte Motive für die mangelnde Verkaufs- und Baubereitschaft auf. Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit führte zu einem besseren Verständnis für die Notwendigkeit der Innenentwicklung. Eine Grundstücks- und Leerstandsbörse dient als Plattform für verkaufsbereite Eigentümer und Interessenten. Zudem werden im Rahmen des Projektmanagements Bauberatungen durchgeführt.

Viele Bürger beteiligten sich an der Ausarbeitung des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (2011) und brachten ihre Ideen ein.

Nachfolgende Auflistung zeigt eine Auswahl der Projekte, die inzwischen realisiert wurden bzw. in der Umsetzung sind:

  • „Bürgerzentrum Strullendorf“ - Sanierung und Erweiterung des Rathauses mit multifunktionalem von der Öffentlichkeit nutzbarem Veranstaltungssaal mit Foyer (Fertigstellung 2014) bei vorgeschaltetem Städtebaulichem Ideen- und Realisierungswettbewerb aus dem Jahr 2010
  • „Vom Bauernhof zum Kulturhof“ - Sanierung eines historischen bäuerlichen Anwesens zur Pflege der Ortsgeschichte und der Ortstraditionen, Nutzung für Schulprojekte und öffentliche Veranstaltungen (Fertigstellung 2014, Eröffnung 2015)
  • „Glaskasten – Mittendrin“ Leerstands-Zwischennutzung durch „Heimatkundlichen Verein Zeegenbachtal“: wechselnde Ausstellungen zu heimatkundlichen Themen
  • „Flächenaktivierung Strullendorf“ – motivierende Befragung von Grundstückseigentümern in Kooperation mit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • Regionalkampagne: Branchenhandbuch, Vorstellung der Direktvermarkter in der Gemeinde
  • „Einkaufswagen“ – Einkaufen mit Lieferdienst
  • Tourismuskampagne Fränkische Toskana in Kooperation mit zwei Nachbargemeinden
  • Ansiedlung eines Vollsortimenters am ehemaligen Festplatz (in Planung)
  • Ehemaliges Gelände der Firma Kachelmann: Reaktivierung einer Brache (in Planung)
  • Mehrgenerationenhaus: Umsetzung des Ideenteils aus dem städtebaulichen Wettbewerb im Jahre 2010 zur Stärkung der Ortsmitte (in Planung)


Die Koordinierung und fachliche Unterstützung der Projekte erfolgt durch das im September 2011 installierte Projektmanagement. Die Grundlage für die Entwicklungsschritte der Gemeinde bildet das Städtebauliche Entwicklungskonzept, welches von der Arbeitsgemeinschaft Edith Obrusnik und Johannes Sieben, Architekten und Stadtplaner aus Bamberg im Jahr 2011 erarbeitet wurde.